DAS LEGIONSLAGER UND DIE PORTA PRAETORIA


Die Porta Praetoria

Das Legionslager erstreckte sich auf einen Plateau im Südwesten der Stadt 20 m hoch über der Rheinebene und dem Zaybachtal, was dem Lager von drei Seiten natürlichen Schutz bot. Es nahm eine Fläche von 35 ha ein und war für die Stationierung von zwei Legionen bestimmt. Seine Ausmaße betrugen 750x500 m. Es sind 4 Tore anzunehmen, die durch von Lager ausgehende Straßen gesichert sind. Die erste Anlage war von einer Holz-Erd-Mauer umgeben, vor der ein Spitzgraben verlief. Die Wehrmauer wurde in flavischer Zeit in Stein umgebaut. In dieser Zeit wurde auch die repräsentative Porta Praetoria gebaut, die das Verbindungstor zwischen Lager und Stadt war und durch dessen Torbau die Verkehrsstraße mitten durch die Stadt zur Rheinbrücke, zum Castellum Mattiacorum und zur Wetterau führte.

Dieses Tor verlor im 4. Jh. seinen Sinn, als die Lagerfestung aufgegeben wurde und ein neues, die Lücke schließendes Mauerstück gebaut wurde. Die neue Stadtmauer wurde 120 m westlich der alten Lagermauer gezogen. In dieser neuen Stadtmauer wurde 369 ein spätrömisches Stadttor erbaut, das 1985 ausgegraben wurde. Die Fahrbahn wird unterbrochen durch eine 70 cm breite, 4 m lange und 15 cm hochstehende steinerne Schwelle (wohl der Anschlag für die Flügel des hölzernen Tores), in die 1,90 m breite Fahrspuren eingegraben sind. Das Stadttor des 4. Jhs. war bewußt klein gehalten; seine Ausmaße betrugen 8x8 Meter. Die frühe Porta Praetoria muß man sich in wesentlich größeren Dimensionen vorstellen als doppeltorige Anlage mit zwei Torbögen und seitlichen Tortürmen in dreistöckiger Bauweise und in der Form eines halbierten Achtecks.

Stadtplan mit den römischen Resten

Darauf deuten zahlreiche in der Stadtmauer gefundene Steine mit einem Winkel von 135 Grad an den Kanten hin. Der Bau aus flavischer Zeit soll in Dimension und Aussehen der Porta Nigra in Trier ähnlich gewesen sein.


ZURÜCK INHALTSANGABE WEITER ITALIENISCH