DER DATIVUS-VICTOR-BOGEN


Der Dativus-Victor-Bogen

Auf grund einer größeren Anzahl von Architekturfragmenten, die 1898-1911 in der Nähe des Gautores geborgen wurden, konnte der aus dem 3. Jahrhundert nach Chr. stammende, rund 6,50 m hohe und 4,60 m breite Dativus-Victor-Bogen rekonstruiert werden. Seine Durchgangsöffnung ist 2,45 m breit.
Der Bogen über dem Durchgang ist auf der Stirnseite geschmückt mit den Tierkreiszeichen, darüber thronen Jupiter und Juno, die von vier Gottheiten begleitet sind. Über zwei Eroten in den Zwickeln befinden sich Opferszenen, flankiert von den Genien der Jahreszeiten.
Die Front des Bogens wie auch die Bogenleibung sind mit Rankenfriesen und Schuppenmuster verziert. Der Ehrenbogen besteht aus grobkörnigem Main-Sandstein.
Er war zur Römerzeit ganz mit weißem Stuck überzogen und bunt bemalt, wie Farbreste beweisen. Der Bogen war nicht freistehend, sondern stand in architektonischem Zusammenhang mit der erwähnten Säulenhalle.

Die von Eroten gehaltene Inschrift lautet:

In h(onorem) d(omus) d(ivinae) I(ovi) O(ptimo) M(aximo) Conservatori arcum et porticus, quos Dativus Victor dec(urio) civit(atis) Taun(ensium) sacerdotalis Moguntiacensibus p(romisit), Victorii Ursus frum(entarius) et Lupus filii et heredes consumaverunt.

Übersetzung:

Zu Ehren des Kaiserhauses haben dem Jupiter Optimus Maximus Conservator den Bogen und die Säulenhalle, die Dativus Victor, Ratsherr der Gemeinde der Taunenser und ehemaliger Provinzialpriester des Kaiserkultes, den Mainzern versprochen hatte, seine Söhne und Erben, Victorius Ursus, Getreidehändler und Victorius Lupus vollendet.


ZURÜCK INHALTSANGABE WEITER ITALIENISCH