DER MAINZER DOM


Der Mainzer Dom

Inmitten der Maizer Altstadt, 400 m westlich vom Rheinufer, erhebt sich der katholische Dom St. Martin und St. Stephan. 

Es ist eine dreischiffige, gewölbte, romanische Pfeilerbasilika mit Doppelchoranlage mit Westquerschiff, zwei Vierungstürmen und je einem Turmpaar im Osten und Westen. Trotz der vielen Zerstörungen durch Brände, Beschüsse und Bombardierungen, die viele Restaurierungs- und Wiederaufbauarbeiten erforderten, ist eine harmonische, "die Einheit in der Vielfalt" symbolisierende Anlage. Das Äußere des Domes mit seinen sechs Türmen ist durch lebhafte Gliederung im Aufbau und mannigfältigen Schmuck mit Bogenfriesen, Zwerggalerien und Fensterrosen sehr wirkungsvoll. Dem schlichten Ostchor steht der Westchor, den man wohl als das bedeutendste Werk der Spätromanik bezeichenen kann, mit komplizierter Gliederund und malerischen Einzelheiten gegenüber.

Diesem Bild fügen sich die von Franz Ignaz Michael Neumann, dem Sohn des berühmten Würzburger Schloßbaumeister Balthasar Neunmann, veränderten westlichen Turmhelme vorzüglich ein. Besonders hervorzuheben ist der westliche Vierungsturm, der durch die "geniale Verschmetzlung romanischer und gotischen Bauteile mit gotisierenden Rokoko eines der glänzensten Architekturstücke Deutschlands" ist.
Grabungsarbeiten bestätigen, daß es unter dem heutigen Dom eine frühchristliche Basilika, die wohl schon zur Zeit Kaiser Konstantins errichtet wurde, gab. Denn nach dem Bericht von Bischof Irenäus von Lyon hatte schon in der 1. Häfte des 2. Jahrhunderts das Christentum in Mainz Fuß gefaßt, wenn auch der erst aus dem Jahr 346 n. Chr. stammt.
Der frühchristliche Dom dürfte wiederum auf dem Tempelbezirk des römischen Mainz angelegt worden sein, wie Grabungen aus dem Jahr 1951 ergraben. Mit dem Bau des heutigen Domes wurde 975 begonnen, nachdem Otto II seinen Freund und Hofkanzler Willigs als Erbischof auf den Stuhl zu Mainz erheben ließ.
Sein Dom ist als Staatsdom des Deutschen reiches anzusehen, in dessen Grunddrißdisposition und Raumlage die Idee dieses Reiches sichtbar wird: Die beiden polaren Gewalten "Sacerdotium" (geistliche Macht) und "Imperium" (weltliche Macht) spiegeln sich in den hochragenden Turmbauten über Ost- und Westbau des Atriums der Aula regis im Osten.
Die "maiestas domini" (Christus in der Mandorla) im Relief über dem Haupteigang zeigt den Weltenrichter als Lehnnherren beider Mächte. Während der Ottonen, Salier und Staufen ist der Mainzer Dom Staatsdom des Ersten Deutschen Reiches (bis 1806 ).

Dom St. Martin und St. Stefan

Sieben Königskrönungen wurden hier zwischen 1002 und 1212 vorgenommen, von denen wohl die letzte, die des Staufers Friedrich II durch Sigfried II von Eppstein, die bedeutendste ist. Die historische Bedeutung der politischen Stellung des Mainzer Erzbischofs, der als Kurfürst und Erzklanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Haupt der deutschen Bischöfe nach dem Kaiser der ranghöchste Reichsführst war, zeigt sich in der unübertroffenen Zahl hervorrragender Grabdenkmäler an Pfeilern und Wänden, die einen guten überblick über die Geschichte der Grabplastik vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrundert bieten. Am südlichen Seitenschiff befindet sich eine spätromanische Memorie, eine mit einem weiten Kreuzgewölbe gedeckte Totengedächtniskapelle der Domherren, der frühere Kapitelsaal. Der aus römischen Inschriftsteinen zusammengesetze Bischofssitz war wohl der Sitzt des Dompropstes im alten Kapitelsaal.Der zweigeschössige gotische Kreuzgang an der Südseite gehört zum bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum.
Die an das nördliche Querschiff angebaute doppelgeschössige St. Gotthardkapelle, die ehemalige Palastkapelle Adalberts I von Saarbrücken (1110-1137) ist eine der ältesten Domkapellen Deutschlands.


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