REISETAGEBUCH

DAS ANTIKE ROM

       Dienstag, den 8.4.1997

Forum romanum

Heute durften wir zum ersten Mal nach Rom fahren, und wir waren alle tüchtig gespannt, als wir mit dem Zug um 8.28 Uhr vom Bahnhof in Albano losfuhren.
Der Zug fuhr zwar sehr langsam und hielte an jeder Station, aber so hatten wir Muße, um auf der 45 Minuten dauernden Fahrt den Lago di Albano und die lieblichen Hügel, Wälder und Städtchen bewundern zu können. Schwerpunkt des heutigen Tages war das antike Rom. Und so fuhren wir zunächst mit der Metro zum Kolosseum, dem Amphitheater der Flavier, in dem die berümten Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen usw. stattfanden.

Leider konnten wir wegen Renovierungsarbeiten nicht die oberen Ränge besteigen, aber wir waren trotzdem sehr beeindruckt von dem grandiosen Gebäude.
Vorbei am Konstantinbogen, auf dem sein Sieg über Maxentius dargestellt ist, ging es zum Forum Romanum, dem politischen, religiösen und wirtschaftlichen Zentrum der antiken Welt.
Zunächst waren wir sehr enttäusch, daß von den Tempeln, Säulenhallen und Basiliken (Markt-und Gerichtsgebäuden) so wenig erhalten ist, aber mit Hilfe eines Bildbandes, bei dem man Folien mit dem ursprünglichen Aussehen über die noch vorhandenen Reste legen kann, konnten wir uns ein Bild von der einstigen Pracht machen.

Konstantinbogen

Durch die farnesinischen Gärten stiegen wir zum ersten sieben Hügel Roms, dem Palatin, hinauf, wo Adlige und Kaiser ihre Paläste hatten. Dann folgten wir der Via Sacra zum Kapitol, dem höchsten und wichtigsten Hügel Roms, auf dem sich der Jupitertempel befand, dessen Mauern noch z.T. im Konservatorenpalast zu sehen sind. Über den von Michelangelo gestalten Platz mit dem auf dem antiken Tabellarium errichteten Rathaus, dem Senatoren- und Konservatorenpalast gelangten wir zur Piazza Caffarelli, wo wir picknickten und den Blick auf die Stadt Rom genossen.
Am Nachmittag besichtigten wir das Denkmal der Einigung Italiens auf der Piazza Venezia, bevor es vorbei am Theater des Marcellus und nach einem Spaziergang über die Tiberinsel zur Piazza Bocca della Verità mit dem berühmten Mund der Wahrheit in der Kirche Santa Maria in Cosmedin und zu den beiden gut erhaltenen Tempeln der Vesta und der Fortuna Virilis ging. Mit dem Versprechen, daß wir uns dort etwas länger ausruhen durften, lockte uns Frau Fischbach zum 3. Hügel Roms dem Aventin. Vom Giardino degli aranci hatten wir wieder einen herrlichen Blick auf Rom, der nur vom Schlüssellochblick bei der Villa dei Cavalieri di Malta überboten wurde.
Beim Abstieg und auf dem Weg zur Metro, die uns wieder zum Bahnhof bringen sollte, besichtigten wir noch den Circus Maximus, der am Fuße des Palatins lag, so daß die kaiserliche Familie von ihrem Balkon aus das Wagenrennen verfolgen konnte.


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