ALBRECHT VON BRANDENBURG (1490-1545)


Albrecht von Brandenburg
(1490-1545)

Der Markgraf Albrecht II von Brandenburg, Sohn des Kurfürsten Cicero und Bruder des Kurfürsten Joachim von Brandenburg, ist eine schillernde Persönlichkeit. Er war ein typischer Renaissancefürst, Förderer von Künstlern wie Vischer, Cranach, Grünewald und Dürer und dem Humanismus gegenüber sehr offen eingestellt. Zu seiner Wahl auf den Mainzer Erzbischofsstuhl kam es, nachdem zwischen 1504 und 1514 in rascher Folge drei Mainzer Erzbischöfe gestorben waren. Da bei jeder neuen Bistumsbesetzung hohe Gebühren an Rom gezahlt werden mußten, was dem verschuldeten Mainz sehr schwer fiel, entschied sich das Mainzer Domkapitel aus finanziellen und politischen Gründen für den 23-jährigen Hohenzollernprinzen Albrecht von Brandenburg. Denn erstens versprach er, die bei seiner Wahl fälligen Abgaben an die römische Kurie aus eigener Tasche zu bezahlen, und zweitens erhoffte man sich durch die Anlehnung an das von seinem Bruder regierte Brandenburg eine Sicherung des kurmainzischen Erfurt, das Kursachsen in seine Hand bringen wollte. Da Albrecht allerdings schon Oberhirte des Erzbistums Magdeburg und des Bistums Halberstadt war und dieses Erzbistum behalten wollte, mußte bei seiner Bestätigung als Mainzer Erzbischof eine Ausnahmegenehmigung für die Pfründenhäufung eingeholt werden.

Für die an die Kurie zu entrichtenden 29000 Dukaten mußte Albrecht einen Kredit beim Bankhaus Fugger aufnehmen. 50% davon wollte er durch die Erträge des von ihm geförderten Ablaßhandels bezahlen, die anderen 50% sollten dem Neubau der Peterkirche in Rom dienen. In Zusammenhang mit dem Ablaß, den sich deutsche Pilgerreisende durch einen Besuch der heiligen Stätten in Rom zu verdienen hofften, ließ Albrecht in Rom die deutsche Kirche Santa Maria dell'Anima samt einer Pilgerherbergere errichten.
Als sich der der Wittenberger Theologieprofessor Martin Luther gegen die Ablaßpredigten wandte und Albrecht seine 95 Ablaßthesen zuschickte, verstand der Erzbischof dessen Anliegen kaum und leitete die Angelegenheit zur Überprüfung nach Rom. Erst 1520 nahm der 1518 zum Kardinal ernannte Albrecht Kontakt mit Luther auf; er lobte seinen Eifer, ermahnte ihn aber, von Tumulten und einer öffentlichen Diskussion theologischer Fragen abzulassen.
Als 1521 die Reichsacht über Luther verhängt wurde, weil er seine Schriften nicht widerrief, nahm Albrecht eine zögerliche Haltung ein und verweigerte -sicherlich auf Grund seiner humanistischen Kontakte- dem Edikt seine Unterschrift. Es unterschrieb sein Vizekanzler.

 
Grab Albrechts
von Brandenburg
im Mainzer Dom

Auch in der folgenden Zeit nahm der Mainzer Kurfürst Albrecht von Brandenburg eine unentschiedene Haltung ein:
- als sich die Reformation durch die Predigttätigkeit des von ihm berufenen Humanisten und Erasmusschülers Wolfgang Fabricius Capito schon sehr früh in Mainz an der Universität, beim Klerus und in der Bügerschaft verbreitete und
- als 1522 Franz von Sickingen, der Vorkämpfer für die Reichsfreiheit der Ritterschaft, dem Versuch der Bischöfe entgegentrat, ihre Besitzungen und Rechte zu einem einhatlichen Territorialstaat zu verfestigen.
Nur durch die Zahlung eines hohen Tributs konnte er die Sieger davon abhalten, das Mainzer Erzstift zu verheeren. Albrecht mußte nun entschiedenener gegen Luther, Bauern, Bürger und Teile des Klerus vorgehen, deren Kritik sich nun auch gegen die weltliche Herrschaftpraxis der geistlichen Fürsten richtete. Nachdem die Bauernaufstände von der übermacht der im Schwäbischen Bund vereinten Fürsten niedergeworfen worden war und die Aufstände in Mainz und im Rheingau in sich zusammenfielen, stieftete Kurfürst Albrecht als Zeichen der Versöhnung 1526 den Mainzer Marktbrunnen. Nach den Bauernkriegen festigte sich die Haltung des Erzbischofs in Religionsfragen. Er blieb zunächst gemäßtig, ließ jedoch keinen Zweifel an seiner katholischen Haltung. Seit 1540 stand er mit Petrus Faber, dem ersten in Deutschland tätigen Jesuiten, in Verbindung, durch den er am Ende seines Lebens zum entschiedenen Gegner der Reformation wurde.


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