DIE RÖMERSCHIFFE


Im Winter 1981/82 wurden
die " Mainzer Römerschiffe" freigelegt

Da die Römer ihr Herrschafftsgebiet weltweit ausdehnen wollten, war eine Kriegsflotte unerlässlich.Da sie sich auf Landkampftechniken spezialisiert und diese optimiert hatten, entwickelten sie Schiffe mit sog. "Raben" an der rechten Seiten. Dieses Entersysten bestand aus einer Enterbrücke, an deren Ende vertikal ein Dorn angebracht war, der sich beim Herunterfallen der Brücke in den Schiffskörper des feindlichen Schiffes bohrte und so eine Flucht unmöglich machte, über diese Brücke stürmten dann die römischen Legionäre und Kämpfer wie an Land Mann gegen Mann. Außerdem besaßen die Boote am Bug einen Ramsporn, mit dem sie feindlichen Schiffen die Ruder zerbrechen oder Schiffskörper leckschlagen konnten.
Nach diesem Prinzip bauten die Römer auch kleinere Binnenschiffe zur Absicherung der Rheingrenze. Den einzigen Beleg für Deutschland fand man 1981 in Mainz auf der Großbaustelle Hilton 2 in der Löhrstraße 9 in 7,50 m Tiefe. Dort entdeckte man Rheinschiffe aus römischer Zeit, deren Alter man chronologisch ins 4. Jh. n. Ch. datierem konnte.

Die Römerschiffe

Die Römerschiffe

Ganz anders als die im Nemisee gefundenen Schiffe dienten sie als Patrouilleboote (schnelle Ruderer) und Kanonenboote mit Steinschleudern. Das eine Boot der gefundenen Schiffe ist schlank, etwa 21 m lang und hat zwei Reihen Ruderbänke für 32 Ruderer sowie ein Segel. Das zweite Boot ist ein Kanonenboot und deutlich schwerfälliger. Ein drittes breiteres Boot diente wohl zum Übersetzen der Soldaten über den Rhein.
Die Schiffe, die nach der Ausmusterung durch die römische Marine wohl als zivile Boote und als Fischerboote genutzt wurden, wie wir aus darin gefundenen Fischernetzbleigewichten und Fischreusen vermuten können, sanken als funktionsuntüchtige Wracks in den Uferschlamm, wo sie erhalten blieben. Nach sorgfältiger Bergung wurden die Bruchstücke der Schiffe gewaschen, das Holz durch Kunstharze gefestigt, in Mikrowelle getrocknet und in 13-jähriger Arbeit zusammengesetzt. Fünf restaurierte Schiffe sind nun im Museum für antike Schiffahrt zu sehen. Darüber hinaus geben zwei Rekonstruktion eine gute Vorstellung von dem hohen Entwicklungsstand der Römer.


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